Montag, 22. Januar 2018

Wunder

R E Z E N S I O N

Raquel J. Palacio (André Mumot) | 448 Seiten | 9,95 € (TB) | dtv

WORUM GEHT'S?
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August ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester Via in New York. August ist schlagfertig, witzig und sensibel. Eigentlich könnte also alles ganz normal sein in seinem Leben. Doch eines trennt August von seinen Altersgenossen: Sein Gesicht ist entstellt, und unzählige Operationen hat er schon über sich ergehen lassen müssen. Das ist auch der Grund, warum er noch nie auf einer öffentlichen Schule war und bisher zu Hause unterrichtet wurde. Das neue Jahr aber soll alles ändern. August wird in die fünfte Klasse der Bezirksschule gehen, und natürlich hat er Angst. Angst davor, angestarrt und ausgegrenzt zu werden. Doch August wäre nicht August, würde er nicht auch diese Herausforderung mit Bravour meistern!
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EIGENE MEINUNG

Wunder steht schon seit einer Ewigkeit auf meiner Wunschliste, hat es aber nie zu mir nach Hause geschafft. Als ich nun erfahren habe, dass dieses Buch verfilmt wird und der Trailer mir sehr gut gefallen hat, war es endlich an der Zeit, dieser Geschichte ihre Chance zu geben.

Zwölf Augen sehen mehr als zwei

Ich würde gerne schreiben, dass sich dieses Buch um ein ganze besonderes Kind dreht, aus deren Sicht wir erfahren müssen, wie gemein, aber auch wie gut die Welt sein kann. Das wäre allerdings nur die halbe Wahrheit, denn diese Geschichte gehört nicht nur August. Sie gehört all den Kindern, die in diesem Buch über ihre Erfahrungen mit August schreiben, deren Perspektiven und Ansichten wir erfahren dürfen.

Die vielen verschiedenen Sichten haben mich erst überrascht und mir fehlte der mutige und doch zerrissene August sehr, nachdem sein Part erstmals beendet war. Dennoch hat es mir sehr gut gefallen, zu lesen, wie Menschen in Augusts Umfeld mit ihm und seinem Aussehen umgehen. Wie sie Fehler begehen, sie einsehen, sich ändern.


Kinder können grausam sein, aber ...

... Erwachsene können es auch. Wie Kinder sich gegenüber anderen Kindern verhalten liegt oft in der Erziehung, weshalb man sich nicht wundern muss, dass die Elternpaare der mobbenden Kinder meist selbst nicht besser sind. Trotzdem hat es mich schockiert, dass erwachsene Personen so viel Kraft in das Loswerden eines Kindes stecken können, das ihnen nichts getan hat. Das hat mir mal wieder gezeigt, dass Erwachsensein keine Zahl ist, sondern ganz klar Verhalten.

Womit August tagtäglich zu kämpfen hat, hat mich teilweise sehr mitgenommen. Allein die ersten Augenblicke, die er bei jeder ersten Begegnung ertragen muss, würden mich wohl sehr belasten. Immer wieder angestarrt werden, sich immer wieder erklären müssen. Umso beeindruckender fand ich den Umgang mancher Kinder mit August. Sie überwinden ihre Berührungsängste und werden dafür mit einem großartigen Jungen als Freund belohnt.

Schullektüre!

Aufgrund der leichten Sprache und des immer aktuellen Themas "Umgehen mit Menschen, die nicht so sind wie ich", könnte ich mir gut vorstellen, dass dieses Buch in Schulen gelesen wird. Vor allem in jüngeren Klassen fände ich es wichtig, dass Kinder lernen, dass nicht für alle alles gleich schwer ist und dass Menschlichkeit an erster Stelle steht. Diese Werte vermittelt das Buch für mich.

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KURZ GESAGT

Wunder gehört zu den Büchern, die ich gerne schon früher gelesen hätte. Daher bin ich froh, dass ich den Film, der bald in die Kinos kommt, als Anreiz genommen habe, endlich diese Geschichte zu lesen. Das Buch hat mich mit seinen vielen Perspektiven sehr überrascht - erst negativ, dann positiv. Ich wäre gerne die ganze Geschichte über an Augusts Seite geblieben, aber die Eindrücke der anderen Kinder zu erfahren, war ebenfalls ein spannendes Erlebnis. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass mich Augusts Geschichte so mitnimmt und so sehr fesseln kann.

Weitere Rezensionen

Kommentare:

  1. Hallo liebe Ellen!

    "Wunder" möchte ich auch noch lesen. Ich gebe zu, das Buch liegt schon eine Ewigkeit im Regal meiner Mum und mich hat es nie wirklich angesprochen. Doch dann habe ich den Trailer zur Verfilmung gesehen und ich fand den echt süß und herzerwärmend. Darauf hin habe ich beschlossen, mir das Buch mal zu leihen. :D Schön, dass du den gleichen Ansatz hattest und dir die Geschichte so gut gefallen hat. Da bin ich überzeugt, dass auch mir das Buch gefallen wird. :)

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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    1. Hallöchen Nina! :)

      Irgendetwas hatte das Buch auch immer an sich, dass ich es nicht zur Hand genommen habe. Aber nun musste es einfach sein, weil ich gerne das Buch vor dem Film lese. :D Lies dieses Buch bitte ganz bald, wenn es dir genauso geht, denn du musst dir unbedingt diesen Film ansehen! Ich war diese Woche drin und habe gelacht, geweint, mitgefühlt und mich komplett in diesen Film verliebt. Einfach großartig!

      Liebste Grüße
      Ellen

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  2. Ups, entschuldige.
    Mein Kommentar von eben war nicht richtig durchdacht (20 Uhr ist mir zu spät, mh.)..ich wollte den Film auch unbedingt schauen, aber weil die Bücher fast immer besser sind als die Filme, muss ich vorher noch das Buch lesen, auf das du mich mit dieser Rezension ziemlich neugierig gemacht hast.
    Aber...ich habe irgendwie keine Zeit und das heißt, es wird darauf hinaus laufen, dass ich ewig mit dem Lesen warte und mir den Film dann in ein paar Jahren (ja, das ist eine sehr realistische Angabe) aus der Bibliothek ausleihe oder so xD
    Nun ja.

    Viele liebe Grüße,
    Isa von weltenfuchs.blogspot.de

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    1. Hi Isa :)

      Solltest du es wirklich nicht schaffen, das Buch demnächst zu lesen, lass dir bitte den Film nicht entgehen. Ich war diese Woche drin und er war einfach großartig. Der Film ist wirklich eine großartige Buchverfilmung. Da haben einige Menschen sehr viel richtig gemacht. :D

      Ansonsten bin ich eigentlich genauso wie du ^^ Als 'Die Bücherdiebin' im Kino kam, wollte ich den Film unbedingt schauen, habe aber ewig das Buch nicht gelesen. Letztendlich lief er dann nicht mehr im Kino und ich musste den Film ausleihen. :'D

      Liebste Grüße
      Ellen

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  3. Ich habe das Buch letzten Sommer gelesen und war einfach nur begeistert! Eine sehr besondere Geschichte, die uns viel über den respektvollen Umgang miteinander lehrt. Einige Stellen haben mich sehr berührt und teilweise konnte ich mich auch ein bisschen selbst in Auggie wiederfinden.

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    1. Da kann ich dir nur zustimmen! :)
      Ich wünschte, ich könnte von mir behaupten, ich hätte mich mit Auggie identifizieren können. Leider war es aber Jack Will. Ich war auch ein Kind, das einige Fehler gemacht hat und oft nicht wusste, wie genau es in manchen Situationen handeln soll und tatsächlich auch falsch oder verletzend gehandelt hat. Aber ich habe daraus ebenso wie Jack Will gelernt. :) Ich finde es wirklich großartig, dass die Kinder in dem Buch so viel mehr sind als einfach nur gut oder böse.

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