Mittwoch, 1. November 2017

This love has no End


Was für ein wundervoller Gedanke, Parker. Ich glaube, den hätte ich gerne als Grabinschrift: Liebe ist die Ausnahme vom Gesetz des abnehmenden Ertrages. S. 210

WORUM GEHT'S?
_________________________________________________________________________________

Als Parker in einer Luxushotellobby dem faszinierenden Mädchen Zelda begegnet und sie um ein obszön dickes Banknotenbündel erleichtert, ist es vorbei mit seiner Unsichtbarkeit. Denn eigentlich hat er die Kunst perfektioniert, niemandem aufzufallen. Doch die silberhaarige Zelda sieht ihm mitten ins Herz. Und so lässt Parker sich mit ihr auf eine hochriskante Wette ein. Die wird sie beide in einem atemberaubenden Wirbel durch die Nacht tragen, sie werden der Liebe begegnen, dem Glück über den Weg laufen, dem Tod ins Auge schauen und erkennen, was ihnen ihr Leben wert ist.

Tommy Wallach | Henriette Zeltner | 320 Seiten | 14,99 € (PB) | cbj

MEINE MEINUNG
_________________________________________________________________________________

Die Jugendromane von Tommy Wallach klingen immer nach etwas Besonderem, weshalb es auch schon sein erstes Buch, We all looked up, in mein Bücherregal geschafft hat. Dieses ist zwar noch ungelesen, aber die Idee begeistert mich sehr. Ebenso konnte mich die Idee von This Love has no End neugierig machen und ich war gespannt, was der Autor daraus gemacht hat.


Gemischte Gefühle

Ich muss zugeben, ich sitze nicht das erste Mal an diesem Text und er schreibt sich auch nicht allein. Meine Gedanken zu diesem Buch verständlich und nachvollziehbar zu Papier zu bringen, ohne zu spoilern ist sogar alles andere als leicht, denn Tommy Wallach hat mich mit seiner Geschichte sowohl begeistert als auch enttäuscht. Ich habe einfach mehr erwartet.

Zelda, das Mädchen mit dem Silberhaar

Interessante und sympathische Charaktere sind für mich sehr wichtig, weshalb ich mich vor allem auf Zelda gefreut habe, die schon im Klappentext als "faszinierend" beschrieben wird. Und auch wenn sie nicht nach der Zelda aus den Spielen benannt wurde, sondern nach Zelda Fitzgerald, hatte sie bei mir durch ihren Namen sofort einen Pluspunkt. Man mag also sagen, sie hatte ein kleines Symapthiepolster und es damit leichter als der andere Protagonist, Parker. Doch das hat ihr alles nichts genutzt. Sie hat es mit ihrem Verhalten, ihren Vielleicht-Lügen und ihrer ganzen Art geschafft, alle Sympathie zu verlieren.

Geschichten in der Geschichte

Auch Parker hat es nicht geschafft, mir sympathisch zu werden. Sein einziger Pluspunkt waren tatsächlich die Geschichten, die er in der Geschichte über Situationen oder Zelda geschrieben hat. Die waren wirklich gut geschrieben und konnten mich mitreißen. Allerdings war es das auch, was mich an der Handlung begeistern konnte. Auch an dieser Stelle habe ich wohl zu viel erwartet, weil einfach zu viel im Klappentext versprochen wurde: Die wird sie beide in einem atemberaubenden Wirbel durch die Nacht tragen, sie werden der Liebe begegnen, dem Glück über den Weg laufen, dem Tod ins Auge schauen und erkennen, was ihnen ihr Leben wert ist. Ich habe nichts von einem atemberaubenden Wirbel gespürt, noch spielt die Geschichte in einer Nacht. Dieser letzte Satz, der mich dazu gebracht hat, dieses Buch zu lesen ist in meinen Augen ziemlich irreführend.

Schwierige Thematik zwischen Wahrheit und Lüge

Hat man dann erstmal die ersten hundert Seiten gelesen, merkt man eben schnell, dass dieser glitzernde, spaßig klingende, lebensbejahende Klappentext nicht zutrifft, denn ein zentrales Thema des Buches ist Selbstmord. Die faszinierende Zelda möchte sich das Leben nehmen und das erfährt man erst, wenn man den Text in der Klappenbroschur liest und das ist meiner Meinung nach zu spät. Manche Leser wollen aus den verschiedensten Gründen nicht mit diesem Thema in Berührung kommen und sollten daher nicht erst beim Aufschlagen des Buches erfahren, dass Selbstmord eine Rolle spielen wird.

Was mich außerdem gestört hat, war Zeldas Geschichte, von der man bis zum Ende nicht erfährt, ob sie nun wahr ist oder ob Parker sie in seiner blinden Liebe einfach glaubt. Zwar klärt der Autor diesen Umstand am Ende mit einem zwinkernden Auge auf, aber bei einem so ernsten Thema finde ich dieses ewige Hin und Her zwischen Wahrheit und Lüge nicht in Ordnung.


Ich habe von This Love has no End etwas völlig anderes erwartet. Der Klappentext verspricht in meinen Augen Dinge, die die Geschichte nicht halten kann, manche Formulierungen finde ich sogar irreführend. Die Handlung konnte mich daher nicht packen und bis auf die Geschichten, die Parker schreibt, konnte mich die Story nicht mitreißen. Tommy Wallach hat zwar eine schöne Art zu erzählen, doch leider hat das nicht gereicht.
_________________________________________________________________________________

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Weitere Rezensionen:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen