Freitag, 10. November 2017

Bitterzart

R E Z E N S I O N

Gabrielle Zevin  (Andrea Fischer)  |  544 Seiten  |  16,99 (HC) - 9,99 € (TB)  |  FISCHER FJB

WORUM GEHT'S?
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New York 2083: Wasser und Papier sind knapp, Kaffee und Schokolade sind illegal. Smartphones sind für Minderjährige verboten und um 24 Uhr ist Sperrstunde. Die Balanchine Familie ist das Zentrum des illegalen Schokoladenhandels in New York. Doch die Eltern von Anya Balanchine sind bereits tot, und Anya ist mit 16 Jahren das Familienoberhaupt. Sie kümmert sich um ihre Geschwister und die kranke Großmutter, und versucht, sie alle möglichst aus dem illegalen Familiengeschäft rauszuhalten. Von ihrer ersten großen Liebe Win kann sie sich allerdings nur sehr schwer fernhalten, dabei ist er ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes – ihres schlimmsten Feindes…

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"Hast du dich schon mal gefragt, ob du mich nur deshalb magst, weil du dann deinen Vater ärgern kannst?", fragte ich.
"Nein", sagte er. (...) "Ich mag dich, weil du mutig und viel zu gehaltvoll bist, um je süß genannt zu werden." (S. 330) 
EIGENE MEINUNG

Die Trilogie über Anya, die Tochter eines Schokoladenmagnaten, und Win, den Sohn eines Staatsanwaltes, verfolgt mich jetzt schon einige Zeit. Immer wieder habe ich die Bücher bei Bücherregaltouren gesehen, die wunderschönen Cover angeschmachtet, die mich immer an Schokolade erinnern und viel zu oft überlegt, ob ich diese Reihe nun lesen möchte oder nicht. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden und muss gestehen, dass mich das Buch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat.
Ohne Schokolade, ohne mich!

Ich liebe Schokolade und allein der Gedanke, in einer Welt zu leben, in der diese Süßigkeit verboten ist, scheint für mich unmöglich. Außerdem erfährt man im Buch, dass Bücher ebenfalls nicht mehr gedruckt werden. Hölle! Es hat mich also sehr interessiert, wie Anya in diesem neuen New York lebt und das war sehr faszinierend. Es existiert nicht nur ein Schokoladenverbot, sondern die Welt, wie wir sie kennen, ist dort kaum noch zu merken. Es war sehr spannend zu sehen, wie anders die Stadt nun genutzt wird und mit welchen Einschränkungen die Menschen leben. Der dystopische Anteil der Geschichte hat mir also sehr gut gefallen.


Wenn aus dem Gesicht das Gewicht wird

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leider nicht so leicht. Man wird direkt ins Geschehen geworfen, es wird nicht viel erklärt und gerade wenn man sich in einer Welt befindet, die völlig neu geordnet wurde, ist es dann nicht so einfach, sich gleich zurecht zu finden. Auch der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig. Anya erzählt aus der Ich-Perspektive, allerdings als würde sie ein Tagebuch schreiben. Damit hatte ich gar nicht gerechnet und musste meine Erwartungen daher erst neu ordnen. Nach den ersten 100 Seiten hatte ich mich dann aber an die Story, den Schreibstil und das Setting gewöhnt, sodass ich die Geschichte genießen konnte. Leider störten mich dann während des Lesens immer wieder die groben Rechtschreibfehler. Dass sich mal ein Tippfehler einschleicht ist völlig normal, aber wenn aus Sich Wasser ins Gesicht spritzen plötzlich Sich Wasser ins Gewicht spritzen wird, stört das beim Lesen doch sehr.

Wenn Liebe, dann bitte mit Funken!

In diesem Buch geht es um viel mehr als Liebe. Es geht um Vorurteile, Familienzusammenhalt, eine starke Protagonistin und eine völlig neue und interessante Welt. Die Geschichte zwischen Win und Anya war mir da manchmal ein bisschen zu viel und vor allem zu gewollt. Dass die beiden sich gern haben ist zwar ganz nett, aber auf mich ist der Funke zu keiner Zeit übergesprungen. Ich fand das Drumherum viel interessanter und konnte das Buch deshalb auch nicht aus der Hand legen. Anya hat mit so vielen Sachen zu kämpfen und so viele Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, wegzuräumen, dass mir das - noch mehr ausgebaut - völlig gereicht hätte.

Trotz dem das Buch für mich einige Schwächen hatte, bin ich gespannt, wie es im nächsten Band mit Anya - und von mir aus auch Win - weitergeht.
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KURZ GESAGT

Der Trilogieauftakt Bitterzart hat mir ganz gut gefallen. Das dystopische Setting hat mir sehr gut gefallen und hat auch die Lust in mir geweckt, die Reihe weiterzulesen. Die Geschichte weist für mich einige kleine Schwächen auf, wie zum Beispiel die gewollte Liebesgeschichte zwischen Anya und Win. Außerdem haben sich immer wieder grobe Rechtschreibfehler in das Buch geschlichen, die meinen Lesefluss störten. Dennoch bin ich gespannt, wie es im zweiten Band Edelherb weitergeht. 

Weitere Rezensionen:

Kommentare:

  1. Hey, Ellen,

    schön, dass dir das Buch so weit gut gefallen hat. Was die Liebesgeschichte angeht, kann ich dir nur zustimmen. Es ist fast so, als wenn Jugendbücher ohne gar nicht mehr auskommen können. Am besten noch so ein vertracktes Dreieck *lach* Viel Spaß mit Band 2!

    Schönes Wochenende und lg,
    Claudia :)

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  2. Zunächst hatte ich nur für meine Tochter das Buch im Blick, aber momentan schaue ich ja vermehrt über meinen buchigen Rand und du hast mich nun wirklich neugierig auf diese Reihe gemacht. Vielleicht greife ich ja mal selbst zum Auftakt und schaue ob es mich abholen kann (=

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