Montag, 23. Oktober 2017

ES


WORUM GEHT'S?
_________________________________________________________________________________
In Derry, Maine, schlummert das Böse in der Kanalisation: Alle 28 Jahre wacht es auf und muss fressen. Jetzt taucht »Es« wieder empor. Sieben Freunde entschließen sich, dem Grauen entgegenzutreten und ein Ende zu setzen.

 Stephen King | Alexandra von Reinhardt u. a. | 1.536 Seiten | 14,99 € (TB) | Heyne

MEINE MEINUNG
_________________________________________________________________________________

ES war mein erster Stephen King. Ich habe ihn im Mai diesen Jahres begonnen und im September beendet, was für mich eine irrelange Zeit für ein Buch ist. Man könnte meinen, bei der Seitenanzahl sei das verziehen, aber ich hätte es durchaus schneller beenden können, wenn es mir eben besser gefallen hätte.


Alle sind begeistert, außer ich

Vor allem durch die Neuverfilmung und der damit einhergehenden Neuauflage des Klassikers steht das Buch wieder in jedem Buchladen, alle reden darüber und lesen es. Wirklich unzählige Buchblogger haben das Buch in der letzten Zeit gelesen und rezensiert. Aber was mich wohl am meisten gewundert hat - neben der kurzen Zeit, in der sie das Buch alle gelesen haben - ist, dass sie es alle großartig fanden! Stimmt etwas nicht mit mir? Habe ich das Buch nicht verstanden? Ich fand es nämlich, bis auf wenige Stellen, grauenhaft.
  
too much information

Stephen King ist wirklich ein großer Erzähler, aber weniger ist manchmal mehr. Was am Anfang noch ganz nett wirkte, weil die ganzen Informationen das Buch sehr glaubwürdig gestalteten, wurde zur Mitte des Buches nur noch nervig. Das Buch dreht sich nämlich nicht nur um die Geschichte zwischen ES und den Kinder bzw. Erwachsenen, sondern auch um die alleinige Geschichte von ES und Derry. Wie hängen die beiden zusammen? Seit wann gibt es ES? Man wird immer wieder aus dem eigentlichen Handlungsstrang geworfen, was mich sehr gestört hat. Außerdem erfährt man einfach alles über jeden, der in diesem Buch vorkommt, was mir persönlich auch zu viel war.

Ich wollte mich doch einfach nur gruseln!

Ich lese gerne mal ab und an Horrorbücher und gerade von ES habe ich viel erwartete, schließlich wurde es immer hochgelobt. Außerdem habe ich panische Angst vor Clowns, weshalb ich dachte, dass das mein Gruselbuch wird, aber weit gefehlt. Der Clown Pennywise, auf den dieses Buch doch oft reduziert wird und der das Aushängeschild für ES ist, kommt vielleicht auf 100 Seiten, wenn überhaupt, vor. Das war für mich sehr enttäuschend. Durch die schon erwähnten vielen Informationen wurde es dann auch nicht wirklich gruselig.

Für dieses Buch braucht man keine Snacks!

Statt mich zu gruseln, habe ich mich geekelt. Ich möchte Stephen King nichts unterstellen, aber letztendlich ist das alles seiner Fantasie entsprungen und was zur Hölle ist bloß los mit ihm?! Dieses Buch ist nicht nur voller Blut (okay, das habe ich erwartet), Schleim, Körperflüssigkeiten und vielem mehr, nein, hier gibt es auch Kindersex, der mich ehrlich gesagt ziemlich verstört hat. Ich dachte nämlich, es könnte nicht noch absurder werden, aber King kann immer noch einen draufsetzen. Zeitweise habe ich mich so geekelt, dass ich nach dem Lesen nichts essen konnte und dabei schon gar nicht. Mir wurde regelrecht schlecht.

1533 Seiten für nichts?

Obwohl mich das Buch nicht fesseln konnte, wollte ich dennoch wissen wie es endet, denn über das Ende gibt es die verschiedensten Meinungen. Nun wollte ich also unbedingt erfahren, wie dieses so gehypte Werk endet. Hat es sich gelohnt? Nein. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, da ich froh war, nie in dieser Hinsicht gespoilert worden zu sein. Nur so viel: Mich hat das Ende maßlos enttäuscht.

Meine Erwartungen an ES waren eigentlich nicht hoch, denn es hatte nur eine Aufgabe: Es sollte mir Angst machen. Da sich angeblich viel um einen Clown dreht, könnte man denken, dass das Buch es nicht mal sonderlich schwer hat damit, weil ich eben riesige Angst vor ihnen habe. Aber weit gefehlt. Dieses Buch war bis auf einige Stellen leider langweilig, versorgte den Leser mit zu vielen Informationen und konnte mich im Großen und Ganzen nicht mitreißen.
_________________________________________________________________________________

Weitere Rezensionen:


Kommentare:

  1. Liebe Ellen,

    eine tolle Rezension! Meine Meinung zum Buch kennst du ja bereits (danke, auch für's Verlinken *__*).
    Ich habe im Nachhinein erfahren, dass Stephen King seinen Höhepunkt der Drogen- und Alkoholsucht hatte, als er ES geschrieben hat. Ohne jetzt böse klingen zu wollen, aber das erklärt einiges. Und die Sexszene würde er heute so auch nicht mehr schreiben. Nichtsdestotrotz ist das Werk jetzt nun mal so wie es ist. Und den Hype kann ich nicht teilen. Mir hat auch einfach zu viel Pennywise gefehlt :(
    Es wird dennoch nicht mein letztes Buch von ihm gewesen sein.

    Liebe Grüße
    Lisa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Lisa :)

      Vielen Dank! Ich war so froh, dass es noch jemand so sieht wie ich, weil doch sehr viele Stimmen extrem positiv sind ^^ (Gerne!)
      Also das erklärt einiges... Dann finde ich es aber schade, dass er diese Szene in der Neuauflage zum Beispiel nicht streichen durfte, denn sie trägt einfach gar nichts für das Buch bei. Viele haben mir zwar gesagt, dass diese Szene für den Zusammenhalt der Kinder steht, aber das kann man eindeutig auch anders ausdrücken. Vor allem in deren Alter! Was ging da bloß in Beverlys Kopf vor? Sie hat die Jungs sehr gedrängt und die taten mir wirklich leid.

      Ich hätte mir auch viel mehr Pennywise gewünscht. Auf dem neuen Cover haben sie ihn nun auch noch direkt drauf. Das führt die nächsten Leser doch noch mehr in die Irre. Und was war das bitte für ein Ende? Warst du damit zufrieden?

      Ich gebe ihm auch noch eine Chance. Ich lese beim Stephen-King-November mit und wage mich dann an "Shining". Hoffentlich gefällt mir das besser. :)

      Liebste Grüße
      Ellen

      Löschen
    2. Ja, die Stimmen waren wirklich auffallend positiv.
      Die Szene hätte man tatsächlich besser gestrichen. Sie ist sehr verstörend und wie du schon sagst, hätte man den Zusammenhalt auch anders darstellen können! Ich denke aber, dass es auch viel mit ihrer Beziehung zum Vater zu tun hat, dass sie so komische Gedanken hatte.
      Das Cover verkauft sich halt leider besser. Wenn das Buch nicht mit Pennywise angepriesen würde, wären die Verkaufszahlen bestimmt nicht so gut :( Und nein, das Ende fand ich furchtbar. Ich habe mich richtig darüber geärgert.

      Habe auch überlegt, beim King-November mit zumachen. Aber ich habe noch so viele andere Bücher, die gelesen werden wollen :D Bin auf jeden Fall auf deine Meinung zu Shining gespannt, denn das steht auch auf meiner Liste!

      Liebe Grüße
      Lisa

      Löschen
  2. Ohwei! Ich glaube du bist bislang eine der sehr wenigen enttäuschten Stimmen die ich vernommen und ich würde mir ja gerne selbst einen Eindruck verschaffen - aber DIESE Seitenzahl :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich weiß! Deshalb frage ich mich ja, ob ich es nicht verstanden habe. xD Aber nichts ist besser als ein eigener Eindruck. Solltest du dich an diesen Schinken wagen, empfehle ich dir das eBook. Ich hatte damit eindeutig gemütlichere Stunden, als diejenigen, die das fette Buch halten mussten. Und wenn es dir nicht zusagt, kannst du es immer noch abbrechen. :)

      Löschen
    2. So weit würde ich nun nicht gehen, vielleicht war es einfach die falsche Zeit für das Buch oder es packt dich halt einfach nicht.

      Hach ich weiß noch nicht ... diese Seitenzahl ... :D

      Löschen
  3. Hallo Ellen,
    ich habe ES zwar nicht gelesen (aber den Film geguckt und der hat mir zum Gruseln gereicht, denn ich bin so ziemlich der größte Angsthase ever), aber mehrere Stephen King Bücher angefangen zu lesen und ich hatte immer genau dieselben Probleme wie du: Zu viele Informationen, die gefühlt unnötig waren und dafür einfach viel zu viele Seiten. Ich muss zugeben, dass ich bisher keines seiner Bücher beendet habe, aber ich habe mir ES jetzt als Hörbuch runtergeladen, in der Hoffnung, dass es damit "erträglicher" ist. Sind ja nur über 50 Stunden... aber irgendwie will ich nach dem Film wissen, wie es weitergeht und mir auch eine Meinung über das Ende bilden :D

    Liebe Grüße,
    Katharina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Katharina :)

      Ich fange mit 'Shining' nun bald meinen zweiten Stephen King an und ich bin gespannt, wie es sich dort mit den Informationen verhalten wird. Es hat ja "nur" ca. 600 Seiten. Da muss Herr King sich ein wenig kürzer fassen. :D

      Da du das Ende nicht kennst, gehe ich davon aus, dass du den neuen Film gesehen hast? Ich habe den alten geschaut und fand den leider überhaupt nicht gruselig. Pennywise war mir sogar symapthischer als die Erwachsenen, weil er mich irgendwie an den sarkastischen Grinch erinnert hat (was für ein Vergleich ^^). Das einzig gruselige an ihm ist wirklich die Gestalt des Clowns. Der neue Pennywise ist für mich nun irgendwie kaum noch ein Clown. Er sieht eher aus wie ein Hofnarr und ist mir zu jung. Der alte Pennywise wirkte wenigstens wie ein Irrer im Clownskostüm. Aber ich werde mir den neuen Film auch noch ansehen. :)

      Ich hoffe, dass du das Hörbuch besser durchhältst. Ich weiß nicht, ob mich irgendwann die Konzentration verlassen würde bei all diesen Infos. Solltest du durchalten, bin ich sehr gespannt, was du zu diesem Ende sagst. :D

      Liebste Grüße
      Ellen

      Löschen
  4. Hallöchen,

    viel "Stephen King"-Erfahrung habe ich nicht. "Shining" und "Wahn" fand ich schon gruselig, "Friedhof der Kuscheltiere" einfach nur langatmig und "Der dunkle Turm" hat mich schon nach 20 Seiten vergrault. Ich glaube, man geht manchmal mit falschen Erwartungen an einen King-Roman ran, weil er immer als Horror-Autor tituliert und auch darauf reduziert wird, obwohl dann am Ende was anderes in der Story drinsteckt.

    Der Es-Hype wird auch wieder vorbei gehen und man muss auch nicht zu allem das Buch gelesen haben ��

    Buchige Grüße
    Christina

    AntwortenLöschen