Mittwoch, 25. Januar 2017

Buchreihen - Liebe oder nicht?


Liebe Bücherwürmer,

wer von Euch regelmäßig Bücher kauft und auch öfter die Neuerscheinungen durchblättert wird merken, dass es kaum noch Bücher gibt, die für sich alleine stehen. Die meisten Geschichten werden mindestens zu einer Dilogie erweitert, was bedeutet, dass man kaum noch ein Buch bzw. eine Geschichte als beendet ansehen kann, wenn man es ins Regal stellt.

Allerdings erscheinen dennoch genügend andere Bücher, die man lesen möchte, sodass man kaum hinterher kommt, überall auf dem neusten Stand zu bleiben oder sich geschweige denn die Enden oder Cliffhanger der Bücher zu merken, bis dann der Folgeband erscheint. Die Zeit zwischen dem Erscheinen des ersten Bandes und der weiteren Bände muss schließlich auch überbrückt werden.
Ich habe mir daher mal mein Bücherregal und meinen Stapel ungelesener Bücher angesehen und festgestellt, dass ich extrem viele Reihen - 48 um genau zu sein -angefangen und nicht beendet habe. Insgesamt tümmeln sich aber 110 Reihen in meinem Bücherregal und auf dem SuB. Wer soll das noch alles lesen und vor allem die ganzen Folgebände kaufen, wenn sie dann erschienen sind? Fragen über Fragen. Aber da diese eher rhetorischer Natur sind, möchte ich Euch heute meine positiven und negativen Gedanken zu Buchreihen mitteilen, mit denen mich eindeutig eine Hassliebe verbindet.

Fangen wir mit den positiven Sachen an:

Entwicklung

In manchen Buchreihen, die bis zu 8 oder mehr Bände umfassen hat man als Autor den Platz und die Zeit, eine Entwicklung eines Charakters glaubwürdig zu erzählen. Das liebe ich an Buchreihen - man schlägt die erste Seite des ersten Bandes auf und nach Monaten oder Jahren die letzte Seite des letzten Bandes um und merkt, wie sehr sich der Protagonist oder auch die Nebencharaktere weiterentwickelt haben. Bestes Beispiel: Harry Potter.

Kontinuität

Man kann noch so viele schlechte oder durchschnittliche Bücher im Jahr lesen, man weiß einfach, dass schon bald der nächste Band einer guten Buchreihe erscheint, auf den man schon länger hinfiebert. Diese Sicherheit, dass ich bald wieder einen neuen Band einer guten Buchreihe in den Händen halten werde, gefällt mir.

Zuhause

Bei vielen Buchreihen fühlt es sich mit jedem neuen Band an, als würde man nach Hause kommen. Hat man den ersten Band schon geliebt, ist der zweite ein willkommenes Wiedersehen mit den Charakteren und Schauplätzen. Auch hierfür ist Harry Potter ein gutes Beispiel, denn dort fühlt es sich für mich immer an, als ob ich nach Hause komme, wenn ich die ersten Seiten aufschlage.

Einheit

Auch der optische Aspekt ist wichtig, denn viele Buchreihen ergeben ein wirklich tolles Bild im Bücherregal. Außerdem erscheinen manche sogar in einem wundervollen Schuber, den man dann sogar unabhängig vom Bücherregal aufstellen kann.
Doch leider gibt es auch genug, was ich an Buchreihen nicht leiden mag:

zu Tode erzählt

Manche Bücher brauchen einfach keine Fortsetzung oder zumindest keine sechs oder mehr Fortsetzungen, wenn der Autor sowieso nichts Neues zu erzählen hat. Manche Buchreihen erzählen sich selbst zu Tode, da es einfach immer belangloser oder haarsträubender wird. Irgendwann rückt man so weit von der eigentlichen Story ab, dass viele Bände nur noch als Nebenerzählungen gelten dürften wie bei der Selection-Reihe zum Beispiel.

Coverwechsel

Es wird schon seine nicht nachvollziehbaren Gründe haben, warum Cover plötzlich mitten in der Buchreihe gewechselt werden oder auch die Größe des Buches, aber leiden kann ich es trotzdem nicht. Ein sehr extremes Beispiel dafür ist Totentöchter - Die dritte Generation. Vor Jahren ist der erste Teil auf Deutsch erschienen und ich habe ihn gekauft und verschlungen. Das Cover war und ist wunderschön. Allerdings ließ das Ende immer offen, ob es einen zweiten Teil geben wird. Den gibt es auch, allerdings wurde die gesamte Buchreihe umbenannt in Land ohne Lilien und bekam ein neues Cover, das grauenhaft ist. Ich habe nie weitergelesen.

Ende?

Was für mich noch unverständlicher ist, dass manche Buchreihen einfach nicht beendet werden. Liebe Autoren, wenn ihr euren Lesern zwei Bände einer Buchreihe gebt, dann heißt es für den dritten auch Augen zu und durch! Ihr habt eine Verantwortung gegenüber euren Lesern. Aber noch schlimmer finde ich es, wenn die Verlage einfach die Übersetzung einstellen. Natürlich kann ich das Buch dann auf Englisch lesen - so Gott will, die Originalausgabe dann Englisch ist und nicht Spanisch, Französisch etc. -, aber ich möchte gerne eine Reihe auf Deutsch beenden, wenn ich sie schon auf Deutsch begonnen habe. Zum Beispiel soll der dritte Band der Aurora-Trilogie nicht mehr auf Deutsch erscheinen. Vielen Dank auch. Der erste gefiel mir sehr gut, aber warum soll ich den zweiten noch lesen, wenn ich dritten sowieso nicht mehr bekomme?
Man kann daher nur sagen, dass mich mit Buchreihen eine Hassliebe verbindet. Einerseits freue ich mich immer sehr, wenn es heißt, dass ein Buch Fortsetzungen bekommen wird, aber andererseits könnten manche Bücher auch einfach für sich alleine stehen.
Wie seht ihr das? Mögt ihr Buchreihen? Wie viele habt ihr begonnen und noch nicht beendet? Was ist euer positivster und welcher euer negativster Aspekt?

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